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Buchtipp: Mroskos Talente – Ronald Reng

„Fussball, verdammte Hölle!“ – Was hat der Fussball schon alles mit mir gemacht? Was hat mir dieser Sport schon alles für freudige und leidvolle Stunden bescherrt? Gebrochene Knochen, Siege, Niederlagen, Blut, Schweiß, Tränen, Titel, Reisen…

Wer nie als Mannschaft gewonnen und auch verloren hat, der hat den Fussball nicht gel(i)ebt. Wer sich nie hat mitreißen lassen, von der Leidenschaft in einem bis auf den letzten Platz gefüllten stimmungsvollem Stadion, hat es erst recht nicht.

„An Tagen wie diesen“ singt Campino von den Toten Hosen.
Und ich hoffe, ihr wisst, wie sich das im Lied beschriebene Gefühl anfühlt.

Ronald Reng hat in diesem Jahr ein neues Buch veröffentlicht. Und er hat mal wieder nicht nur seine Spürnase, sondern auch seine lesenswerte Art über den Fussball und seine bekannten und unbekannten, großen und kleinen Helden zu berichten, bewiesen.

„Mroskos Talente“ ist die Fussball-Lebensgeschichte von Lars Mrosko.

Lars Mrosko ist ein Berliner Junge, der früher eine Menge Talent als Fussballer hatte. Leider hat es für den großen Wurf als Profi nicht gereicht. Eine schwere Verletzung bremst ihn 1998 aus.

Er macht das, was jeder tun würde, der an diesem Sport hängt: er wird (Co-)Trainer. Er findet Annerkennung und wird zum Scout, zum Talentspäher, bei der Jugendabteilung von Tennis Borussia Berlin.

„Sag mal,“ sagte Slomka, „hättest Du Lust unser Nachwuchsscout zu werden?“ – „Was ist das denn: Scout?“

Mirko Slomka – ja, genau der Erfinder der 10-Sekunden-Methode und Erfolgstrainer auf Schalke und in Hannover – fördert ihn und zahlt im sein erstes Gehalt als Scout.

Lars, der Typ aus Berlin-Neukölln ist stolz auf seinen Job; er ist mehr und mehr unterwegs und hat immer weniger Zeit um mit seinen Kumpels um die Häuser zu ziehen oder krumme Geschäfte zu machen. Zwei Jahre später mit 23 wird er Honorar-Scout beim FC Bayern München. Weitere zwei Jahre später und etliche Spielbeobachtungen später ergattert er einen Job beim FC St. Pauli.

Der Kult- und damalige Choas-Club. Er sieht immer mehr Spiele, bewertet immer mehr Spieler. Stärken, Schwächen. Jugendspieler, Profis. In- und Ausland.

Und wie so oft in seinem Leben endet es mit einem großen Knall. Es dauert einen Moment bis er sich berappelt und beim VfL Wolfsburg unterkommt. Vielleicht seine wichtigste Station als Talentscout, in jedem Fall die Phase, in der Ronald Reng die interessantesten Einblicke hinter den Vorhang der Fussball-Bundesliga gibt.

So fand Lorenz-Günther Köstner auf seiner Dienstreise nach Gifhorn einen Stürmer namens Fabian Klos, der in der Reserveelf des VfL Wolfsburg sukzessive abnehmen musste […]

Wie gibt sich Felix Magath? Wie kommt jemand wie Fabian Klos, der keine Fussball-Ausbildung in einem renommierten Club genossen hat, doch noch in den Profi-Fussball? Wie ist das Verhältnis zu den Größen der Szene wie Dieter Hoeneß? Wie erlebt er Lorenz-Güther Köstner oder Armin Veh? Wie foppt er Uwe Erkenbrecher? Wie fühlt es sich an, einen späteren Bundesliga-Star und Nationalspieler wie René Adler zu entdecken? Erst recht dann, wenn der eigene Verein nicht zugreift? Wie verlief der Weg seines Kumpels Peter Hyballa?

„Peter Hyballa wird mal Profitrainer.“ verkündigte Mrosko ungefragt jedem im Verein, der es nicht hören wollte.

Ihr ahnt es! Es endet in Wolfsburg mit einem großen Knall!
Doch das ist nicht das Ende der Geschichte.

Ich möchte nicht spoilern, deshalb „Schluss für heute“ und eine klare Lese- und Kaufempfehlung (amazon-Link)!

P.S.: Interessante Audiofiles zur Buchpräsentation gibt es bei soundcloud. Also reinhören!

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