Der Samstagmorgen und die Laufgruppe

Die meisten von Euch kennen das. Samstagmorgen: endlich mal ausschlafen, endlich mal in den Tag hineinleben, endlich mal Zeit für Müßiggang.

Und was mache ich? Ich stehe spätestens um 07:00 Uhr auf und treffe mich mit ungefähr 100 anderen „Verrückten“ um 09:00 Uhr zum Laufen. Alle zwei bis drei Wochen läd Markus Pingpank die Laufgruppe der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ) zum gemeinsamen Lauf.

Nun liegt der dritte gemeinsame Lauf hinter uns. Nach Leistungstest – die sensiblen Leser überspringen den folgenden Satz: Ein-Zehn-Minuten-Alles-muss-raus-Rennen bis zur K*tzgrenze – und einem „Berglauf“ am Lindener Berg gab es gestern ein Fahrtspiel.

Fahrtspiel ist ein Lehnwort des schwedischen Begriffs „fartlek“.

Was heißt nun Fahrtspiel? Fahrtspiel bedeutet – auch wenn der Name vielleicht etwas irreführend ist – so viel wie Tempowechsellauf. Normale, schnelle, sehr schnelle und/oder verdammt-sch**sse-schnelle Abschnitte wechseln sich mit langsamen Laufabschnitten ab. Diese Trainingsmethode wurde bereits in den 1930ern in Skandinavien entwickelt und ist laut wikipedia „noch heute […] eine der wirkungsvollsten Trainingsformen für den Mittel- und Langstreckenlauf“.

Was heißt das für mich? Nachdem sich die ca. zehn-köpfigen Läufergruppen nach Leistungsstärke zu Ihrem Gruppenleiter sortiert haben – in meinem Fall der sympathische Rainald, ein erfahrener, drahtiger und mehr als fitter Masters-Läufer – geht es los.

Auf ein kurzes Einlaufen von ca. zwei Kilometern folgt ein Lauf-ABC und ab geht die wilde Fahrt. Wir laufen – zu meiner Überraschung –  eine „Pyramide“.

Das Fahrtspiel kann man auf verschiedene Arten durchführen. Neben dem pyramidischen Aufbau sind auch freieTempowechsel nach Gefühl möglich.

1.000 Meter in 4:30 min/km, dann 500 Meter in 5:00 – 5:15 min/km.
1.500 Meter in 4:30 – 4:45 min/km, dann 500 Meter in 5:00 – 5:15 min/km.
2.000 Meter in 4:30 – 4:45 min/km, dann 500 Meter in 5:00 – 5:15 min/km.
1.500 Meter in 4:30 – 4:45 min/km, dann 500 Meter in 5:00 – 5:15 min/km.
1.000 Meter in 4:30 min/km, dann 500 Meter in 5:00 – 5:15 min/km.

2015-11-07

Das klappt in der Gruppe natürlich nicht auf die Sekunde und den Meter genau – allein schon, weil natürlich nicht alle Läufer den exakt gleichen Leistungsstand haben. Aber das ist das schöne am Fahrtspiel. Es ist eine intensive, aber eben auch flexible Trainingseinheit.

Und der Effekt ist jedes Mal identisch. Beim Einlaufen sind alle am quatschen, bei der ersten Belastung hört man nur noch die Laufschuhe auf dem Asphalt. Von Ruhephase zu Ruhephase wird dann auch immer weniger gesprochen.

Und am Ende gibt es wohl keinen, der nicht froh ist, wenn die Einheit geschafft ist.

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Ich persönlich freue mich am Samstag nach dem Lauf auf ein ausführliches Frühstück und das Sofa…

In diesem Sinne: Grüße vom Sofa!

PS: Wer sich für die HAZ-Laufgruppe interessiert und einige Läufer auf Ihrem Weg zum (Halb-)Marathon begleiten möchte, dem sei der Laufblog der HAZ ans Herz gelegt. Der Frerk Schenker gibt sich große Mühen mit den Berichten, Fotos und sogar Videomaterial  zur Marathonvorbereitung.

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