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Buchtipp: Finding Ultra – Rich Roll

Außenseiter, Leistungsschwimmer, Stanford-Absolvent, Rechtsanwalt, (trockener) Alkoholiker, Familienvater, Fastfood-Junkie, Veganer, Ultra-Ausdauerathlet.
Das sind die ersten Schlagworte, die mir nach der Lektüre von „Finding Ultra“ zum Autor Rich Roll einfallen.

Das autobiographische Buch ist in diesem Jahr erstmalig in deutscher Sprache erschienen und zeichnet auf etwas über 300 Seiten den (bisherigen) Lebensweg des Autors nach.

„Die Erkenntnis, dass ich durch hartes Training uns Disziplin ganz allein für das Ergebnis verantwortlich war – gewinnen oder verlieren -, war eine Offenbarung für mich.“

Rich Roll, ein inzwischen 50-jähriger Amerikaner, nimmt den Leser mit auf seinen Weg. Und er geht den langen Weg. Er beginnt seine Erzählung bei seiner Kindheit in Michigan und Maryland.

Nun er war nicht immer der coole und durchtrainierte Typ, der er heute ist. Hornbrille, eine Augenklappe über dem rechten Auge Zahnspange und keine Chance einen Ball zu fangen oder zu werfen. Sicherlich nicht die besten Voraussetzungen an einer amerikanischen Highschool Fuß zu fassen. Bis er das Schwimmen für sich entdeckt und mit acht Jahren seinen ersten Wettkampftitel erringt.

Er wird zu einem guten Schwimmer, setzt gegen Widerstände durch und  geht aufs College. Er landet in Kalifornien, an der Stanford University.

„Ich bin ein Mann der Extreme. […] Entweder ich bleibe absolut trocken oder ich saufe so viel, dass ich nackt in einem Hotelzimmer in Las Vegas aufwache und keinen blassen Schimmer habe, wie ich dort gelandet bin.“

Leider trinkt er zu dieser Zeit auch das erste Mal in seinem Leben Alkohol. Seine Alkoholiker-Karriere beginnt. College-Feten, Spaß haben,  dieses berauschende Gefühl – das Schwimmen gerät mehr und mehr in den Hintergrund.

Trotz Talent und vieler Vorschußlorbeeren schafft er es als Schwimmer nicht. Nicht zum NCAA-Landestitel und nicht in den Olympia-Kader. Aber er schafft den Abschluss seines Grundstudiums in Jura und bekommt einen Job als juristische Hilfskraft in New York.

Dieser Job erfüllt ihn nicht und Rich feiert weiter. Er schafft es – als allerletzter Bewerber einen Studienplatz für ein Jura-Hauptstudium zu erlangen. Und er feiert weiter. Absturz reiht sich an Absturz.

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Quelle: http://www.richroll.com/press/
Er schafft den Abschluss und findet eine Stelle als Anwalt. Und doch gewinnt der Alkoholismus immer wieder die Oberhand. Bis es zu gleich zwei Festnahmen wegen Trunkenheits im Straßenverkehr kommt. Doch selbst das reicht nicht. Erst die Verlobte, die ihn in allerletzter Minute verlässt und die Eltern, die sich von ihm abwenden, führen zu seiner Entscheidung eine Therapie zu machen.

Rich Roll lässt uns, die Leser, teilhaben an den tiefsten Tiefen seines Lebens. Entwaffnend ehrlich und für mich so ganz un-amerikanisch unprätentios.

Das hat mich beeindruckt. Fast noch mehr, als das, was nach der Sucht kommt.

Er führt ein „normales“ Leben. Rich trifft eine neue Frau, er heiratet, er arbeitet. Seine neue Leidenschaft heißt Fastfood. Ein übergewichtiger Schwamm.  Bis zu diesem einen Tag vor seinem 40en Geburtstag, an dem er es nur schnaufend die Treppe seines Hauses hoch schafft.

„Jahrelang strebte ich vor allem danach, ein guter Ehemann, Vater und Medienanwalt zu sein, da machte ich mir über ‚gesundes Essen‘, einen Besuch im Fitnessstudio oder einen Gang an die frische Luft eher weniger Gedanken.“

Er entdeckt die rein pflanzliche, vegane Ernährung für sich. Da der Begriff „vegan“ häufig negativ wahrgenommen wird, spricht Rich von der Pflanzenpower-Ernährung.

Für ihn ein durchschlagender Erfolg. Einige Monate später meldet er sich – inzwischen 20 Kilo leichter – für einen Mitteldistanz-Triathlon (1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren, 21,1 km Laufen) an und fängt an zu trainieren.

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Quelle: http://www.richroll.com/press/
Wenn Ihr wissen wollt, wie Rich sich dabei schlägt, zum Ultra-Triathlon und dem unglaublichen EPIC5 kommt; was diese Erlebnisse mit ihm machen und wie er sich ernährt – dann lest das Buch!

Höhen und Tiefen! Sympathisch! Kurzweilig! Interessant! Mitreißend! In Bezug auf die vegane Ernährung überzeugend, aber ohne unangenehmen missionarischen Eifer!

Und Pflanzenpower sollte jeder einmal ausprobieren. Auch das – kann ich aus eigener Erfahrung sagen – lohnt sich.

Das Buch ist im Narayana-Verlag erschienen und für 16,80 € im Handel erhältlich (amazon-Link).

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