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Der erste “lange“ Lauf

Grundlagenausdauer – das Zauberwort der Marathonvorbereitung.
Samstagmorgen und der Wecker klingelt viel zu früh und unerbittlich.

„Laufen ist das neue Schlafen“ – habe ich vor ein paar Tagen gehört. Also raus aus den Federn, ein leichtes Frühstück und ab dafür.

In Läuferkreisen heißt es, man könne alles „schwänzen“, nur nicht die langen Läufe. Zum Glück muss ich nicht alleine los, sondern bin in Gesellschaft „meiner“ Laufgruppe.

Aber warum das Ganze?

Herbert Steffny schreibt dazu in seinem Buch „Das große Laufbuch“ (amazon-Link): „Man bringt durch die lange Dauer die Energie- und Stoffwechselsysteme absichtlich an Ihre Grenzen. Die Glykogenspeicher werden entleert und vergrößern sich, der Fettstoffwechsel wird optimiert. Der Bewegungsapparat wird vorsichtig auf immer längere Belastungen vorbereitet.“

Ich möchte einem der deutschen Laufgurus nicht ins Handwerk pfuschen. Aber ich möchte ergänzen, dass die langen Läufe auch den Kopf und die mentale Verfassung vortrefflich schulen.

„Wenn du laufen willst, dann lauf eine Meile. Willst du aber ein neues Leben, dann lauf Marathon.“ (Emil Zatopek)

Es geht also darum den Körper auf gleich mehreren Ebenen an die Belastung zu gewöhnen.

Ihr kennt das Prozedere am Samstagmorgen. Laufcoach Rainald vorne weg und zehn „Laufschüler“ hinterher. Diesmal ganz sanft und entspannt. Das Tempo liegt irgendwo zwischen 05:15 und 05:30 min/km.

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Nach drei Kilometern Einlaufen, gibt es einen kurzen Stopp für das Lauf-ABC und dann geht es auch schon weiter. Insgesamt 16 Kilometer durchs Ricklinger Holz und rund um den Maschsee. Nun gut, das ist noch nicht so richtig lang. Es ist nicht der ultimative lange Lauf. Es ist ein Anfang. Es sind schließlich auch noch knapp 140 Tage bis zum Marathon.

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Und so verging die Zeit verhältnismäßig schnell. Bei diesem Tempo wird in der Gruppe viel gesprochen. Über die aktuelle (politische) Lage, die Vorbereitung und natürlich das Lauf-Equipment: Schuhe, Klamotten, GPS-Uhren.

„Hätte dieser alte Grieche nicht schon nach 20 Kilometern tot umfallen können?“ (Frank Shorter)

Schritt für Schritt für Schritt durch Matsch und Pfützen sind die knapp neunzig Minuten auch schon vorbei und es gibt für alle einen Becher warmen Tee.

Und zu guter Letzt schaut auch die Sonne ganz kurz durch die Wolken, als wollte sie sagen: gut gemacht!

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