Ein Lauf mit Zatopek!

Samstagmorgen. 09:00 Uhr. Die meisten von Euch wissen, was das für mich heißt. Laufen. In dieser Woche wieder mit „meiner“ Laufgruppe.

Wie immer in der Runde beginnt der Morgen mit der Gruppeneinteilung. Ich laufe (wie immer) mit Gruppenleiter Rainald. Ein cooler und vor allem mega-fitter Typ in den Fünfzigern.

Heute sind (nur) sieben andere Läufe in dieser Gruppe. Auf dem Programm stehen extensive Intervalle.

Was bedeutet das? Zuerst gibt es ein Einlaufen. Ok, das kennen wir. Es folgt das Lauf-ABC und kurze Dehnübungen. Auch bekannt.

Der ausgedehnte Raum zwischen zwei Pfählen?!

Was sind nun diese extensiven Intervalle?

Extensiv kommt aus dem Lateinischen und steht für: ausgedehnt, umfassend. Der Begriff Intervall stammt ebenfalls aus dem alten Rom und bedeutet so viel wie: (zeitlicher) Zwischenraum. Oder noch genauer: intervallum = Raum zwischen zwei Pfählen.

Wir kommen der Sache schon näher. Auf dem Programm standen 16 mal 300m. Das Lauftempo soll dabei knapp unter dem sog. WSA-Tempo (WSA = WettkampfSpezifische Ausdauer) liegen. Hauptsächlich geht es darum die Laktattoleranz und Tempohärte zu trainieren. Übersetzt heißt das: kein Sprint, aber schon ein (sehr) zügiges Lauftempo. Zwischen den Läufen liegt eine ca. 60 sekündige Pause.

Und damit Ihr Euch das besser vorstellen könnt, versuche ich das zu visualisieren.

Am Maschsee stehen die Laternen in einem Abstand von ca. 30m.
Seid Ihr bereit? OK! Drei-Zwei-Eins-LOS!

Start! Los geht's!
Start! Los geht’s!
Eins
Eins
Zwei
Zwei
Drei
Drei
Vier
Vier
Fünf
Fünf
Könnt Ihr noch? Sechs...
Könnt Ihr noch? Sechs…
Sieben
Sieben
Acht
Acht
Fast da! Neun...
Fast da! Neun…
Im Ziel! Zehn!
Im Ziel! Zehn!

Ok, erwischt! Ich habe nur eine Laterne fotografiert. Ich denke aber, Ihr versteht das Prinzip:-)

Jetzt haben wir 60 Sekunden Pause. Dann geht es wieder zurück. Eins, zwei, drei, vier,… Nein, nur ein kleiner Spaß!

Ihr könnt Euch vorstellen, dass das doch ein bisschen anstrengend ist, oder?

Die kurzen Pausen dienen dazu den Puls wieder etwas zu senken, aber eben nicht zur vollständigen Erholung.

Bildschirmfoto 2015-12-06 um 20.10.29
Übersicht zu Herzfrequenz und Tempo

Und jetzt wird auch klar, was dieses Training mit der tschechischen Lokomotive Emil Zatopek zu tun hat.

Zatopek = Anstrengung

Emil Zatopek gilt als prägende Figur der (extensiven) Intervallläufe. Es ist überliefert, dass er sehr hart mit sich selbst war und sein Satz:

„Machs dir im Training schwer, dann wird es im Wettkampf leichter.“

gilt wohl bis heute – und unabhängig von der Sportart.

Nun ja, gedenken wir mit dieser Einheit einem ganz großen Sportler des 20. Jahrhunderts. Ein klasse Läufer, ein Ausnahme-Athlet und jemand, der für seine Überzeugung eintrat.

Nach dem Training ist vor dem Auslaufen. Und nach dem Auslaufen gibt es – wie immer – einen Becher warmen Tee und noch einen kleinen Läufer-Klönschnack.

Pre-Run-Selfie: Erschöpft, aber glücklich!
Pre-Run-Selfie: Erschöpft, aber glücklich!

 

Geschafft! Genug gelaufen für heute!

PS: Wenn Ihr mehr über Emil Zatopek erfahren wollt, kann ich Euch das Buch „Laufen“ von Jean Echenoz an Herz legen (amazon-Link). Das Taschenbuch ist im Berlin Verlag erschienen und kostet schlanke 8,99 €.

Quelle: http://www.berlinverlag.de/buecher/laufen-isbn-978-3-8333-0710-2

PPS: Wenn Ihr Euch Literatur zum Intervall-Training wünscht, schaut mal in die „Laufbibel“ von Dr. Matthias Marquardt. Neben sehr interessanten und wissenswerten Dingen schreibt er ab Seite 100 auch über die verschiedenen Intervalltrainingsmethoden und erklärt das Einsatzgebiet. Das über 500 Seiten starke Buch kostet Euch 29,95 € und ist im spomedis-Verlag erschienen (amazon-Link).

Quelle: http://www.spomedis.de/epages/64211603.sf/de_DE/?ObjectID=13111897

 

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