Buchtipp: Laufen – Jean Echenoz

Ich habe mich vor einiger Zeit bereits als großer Emil-Zatopek-Fan bekannt. Zatopek ist für mich einer der Läuferhelden schlechthin. Nicht nur seine singstiftenden Zitate oder seine großartigen Erfolge, sondern auch seine persönliche Geschichte und sein Stil machen diesen besonderen Athleten aus.

„Wenn du laufen willst, dann lauf eine Meile. Willst du aber ein neues Leben, dann lauf Marathon.“

Jean Echenoz, ein französischer Romancier, nimmt sich der Geschichte von Emil Zatopek in seinem Roman mit dem schlichten Titel „Laufen“ an.

Das Buch ist bereits 2010 erschienen und ich habe es auch bereits vor einigen Jahren schon einmal gelesen. Mir ist es nun wieder in die Hände gefallen und ich möchte es Euch ans Herz legen.

Das Buch beschreibt den Ausnahme-Athleten Zatopek, seinen Weg zum Sport, seine Erfolge, seinen Lebensweg. Der Erzähler berichtet fast so als wäre ‚Emil‘ ein alter Freund.

Besonders erscheinen mir zwei Aspekte: der unbändige Trainingsfleiß von Emil Zatopek und die politischen Rahmenbedingungen.

Emil Zatopek geht trainieren, wenn alle anderen Offizier-Anwärter froh über eine Ruhepause sind, er trainiert nachts, parallel zu seiner schweißtreibenden Arbeit in einer Fabrik. Er kämpft und schnauft in seiner wohl unnachahmlichen Art. Nichts hält ihn auf. Weder der Krieg oder die Bomben noch das kommunisitische Regime und der Militärdienst. Er hat Freude am Laufen und Spaß am Wettkampf.

„Machs dir im Training schwer, dann wird es im Wettkampf leichter.“

Im Buch heißt es zu seinem Training: „Diese Art des Trainings erlaubt ihm, seine Gegner durch eine Vielzahl eingeschobener Sprints zu zermürben und dabei noch genug Kraft für das stets extrem brutale Finale zu behalten.“

Auch seine Entscheidung 1968 Teil der Bewegung des „Prager Frühlings“ zu werden, finde ich bewundernswert.

Diese Entscheidung bringt ihm sechs Jahre Arbeit in einem Uranbergwerk und später als Müllmann ein. Aber auch das erträgt Emil Zatopek.

Zurück zum Warum

Doch warum bewegt mich dieses Buch?

Hmm… Sein Trainingsfleiß ist ansteckend und aktuell in der Marathonvorbereitung ist er mir ein Vorbild. Die amerikanische Werbe-Industrie hat mal für einen Sportartikelhersteller den Slogan „just do it“ geprägt. Und Zatopek lehrt mich, nicht lange zu warten, sondern zu tun, zu trainieren. Für meinen Erfolg.

Und ich finde es auch wichtig, dass wir uns alle in politisch bewegten Zeiten erinnern, dass die Freiheit in unserer Demokratie das höchste Gut ist. Emil Zatopek war diese Freiheit und dieses Glück nicht vergönnt. Wir haben es in der Hand, mit dieser Freiheit und unseren christlichen Grundwerten sorgsam umzugehen.

Das ist mir persönlich sehr wichtig.

Das Buch könnte Ihr wie immer im gut sortierten Buchhandel (amazon-Link) beziehen. Es hat nur knapp 125 Seiten – ist also auch etwas für die „faulen Leser“- und kostet 8,99 €.

 

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