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Buchtipp: Am Ende kackt die Ente! – Frank Buschmann

Frank „Buschi“ Buschmann ist – mindestens für alle unter 40 –  der beliebteste Sportreporter in Deutschland. Seine emotionalen, humorvollen und mitreißenden Kommentare und Beiträge heben sich deutlich von den Phrasen und Worthülsen seiner Kollegen ab.

Am Wochenende habe ich mir sein Buch „Am Ende kackt die Ente!“ in amazon’s Kindle Shop gekauft.  Notabene Kindle.  Die Kindle-eBooks kann man mittlerweile auf fast jedem Gerät, egal ob IPhone/IPad, Android Handy/Tablet, PC/Mac oder eben dem Kindle selbst lesen. Und wie in diesem Fall sind die Preise mitunter etwas günstiger als die, der Printausgaben.

Das broschierte Exemplar kostet 14,95 EUR (also eigentlich auch kein Vermögen), die Kindle-Ausgabe hat einen Preis von lediglich 7,99 EUR.

Jetzt zurück zum Buch. Am Anfang war ich wirklich skeptisch, ob Buschi als Buch funktionieren kann und das blieb ich auch über die ersten Kapitel.

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Quelle: http://frank-buschmann.com/mediathek/

Zwar war es spannend zu erfahren, wie er den eigentlich so ein Sportverrückter – so bezeichnet er sich selbst – wurde und seinen Weg ins Fernsehen gefunden hat. Aber so richtig gepackt hat es mich auf den ersten Seiten nicht. Kurzum Buschi hat selbst als Basketballer in der 2. Bundesliga gespielt und an der Deutschen Sporthochschule in Köln studiert hat. Er bekommt dann Anfang der 90er über einen Kontakt seiner Schwester einen Job beim Lokalradio in seiner Heimatstadt Hagen.

„Irgendwann sprach er [ein Anwalt, der Chef seiner Schwester] meine Schwester an: „Hör mal, der Frank, Dein Bruder, der hat doch eine große Klappe und außerdem kennt er sich im Sport aus…“

Man muss dazu wissen, dass Hagen, insbesondere in den 80er und 90er Jahren,  so etwas wie die deutsche Basketball-Hauptstadt war. Und so wird er, noch während seiner aktiven Karriere als Basketballer, Sportreporter für einen lokalen Radiosender und moderiert dort auch die Morningshow.

1993 wechselt er zum Deutschen Sport Fernsehen (DSF – später Sport 1) und die Geschichte nimmt ihren Lauf. Skurrile und humorvolle Berichte über modernen Fünfkampf oder die Schwimm-EM führen ihn zu Basketball- und Fussball-Livesendungen, Wahlkampf mit Gerd Schröder zu Stefan Raab’s „Schlag den Raab“ und seinem sehr zu empfehlenden Youtube-Kanal „Buschi-TV“ (LINK). Die für mich treffendsten Sätze waren für mich diese hier:

„Nur solltest du lieben, was du machst. Ich glaube […], dass das nicht nur explizit für den Sportjournalismus gilt, sondern für alles, was du im Leben tust. Geht immer ein bisschen leichter, wenn du magst, was du so veranstaltest.“

Das eigentlich faszinierende an dem Buch sind für mich die  humor- und temperamentvollen Episoden aus seinem Reporterleben.

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Quelle: SPORTSFREUNDE via http://frank-buschmann.com/mediathek/

Dazu zählen zum Beispiel seine vielen Begegnungen mit Dirk Nowitzki. Buschi sieht 1997 im damals 18-jährigen Nowitzki schon einen kommenden NBA-Star und kündigt ihn als eben diesen in einer Show-Veranstaltung mit den NBA-Größen Charles Barkley, Reggie Miller, Gary Payton und Scottie Pippen so an.

Nicht nur der Dunking über „Sir“ Charles Barkley hinweg blieb in Erinnerung, sondern auch das Spiel des „german Wunderkind“. Zwei Jahre später startete Nowitzki seine schon fast unglaubliche Karriere in der NBA. Allen Sportfreunden sei hier ergänzend das Buch „Nowitzki. Die Geschichte“, geschrieben von seinem Privattrainer und Intimus Holger Geschwindner, wärmenstens empfohlen (LINK).

Doch Buschi hat noch mehr zu erzählen. Von Michael Jordan und Dennis Rodman.

„Eine der verrücktesten Begegnungen, die ich in meinem ganzen Sportreporter-Leben je hatte […]“

Buschi berichtet aber genauso, wie er zum Duz-Freund von Gerd Schröder wurde und wie die eigentlich komplett verrückte Idee entstand, mit ihm eine Wahlkampftournee zu machen. Er hielt das für einen Spaß seines Freunds und Kollegen Frank Schmettau.

„Schmetti, hör auf mich zu verarschen, ich hab da jetzt keinen Bock drauf“ – „Ich bin vom SPD-Parteivorstand. Wir würden gern einen Termin mit Ihnen machen.“

Und diese amüsanten und kurzweiligen Erzählungen setzen sich verschiedenen Episoden fort. Er begrüßt Karlheinz Riedle mit dem Worten „Herzlich Willkommen, Karlheinz Rummenigge!“, kommentiert mit Bastian Schweinsteiger die Basketball-Bundesliga, moderiert im Deutschen Haus bei den Olympischen Spielen. Natürlich erklärt er auch viele seiner kultigen Sprüche und den Ursprung des berühmten:

„Ra-ta-ta-ta-ta-ta-ta-ta-ta!“

Es macht wirklich Spass, diesen geerdeten, ehrlichen und unterhaltsamen Menschen und Journalisten  zu lesen und ihm zu zuhören.

Mich hat Buschi trotz anfänglicher Skepsis mit seinem Buch doch noch eingefangen und ich habe es quasi an drei Abenden verschlungen. Ein tolles Buch.

256 Seiten.  Im Edel Verlag erschienen und wie gesagt z.B. bei amazon erhältlich (LINK).

In diesem Sinne:
never mind the ballocks,
here’s Dennis

PS: Und wenn Ihr schon dabei seid, schaut auch gleich mal in Buschis Blog vorbei (LINK).

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